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v.l.: Maxi Aß (2.), Jakob Heindl (1.), Daniel Thomas (3.)

Beim mäßig besuchten Saison-Eröffnungsturnier triumphierte fast erwartungsgemäß Jakob Heindl. Doch nicht nur das Sportliche stand an diesem Abend im Vordergrund, gab es doch einen ganz besonderen Teilnehmer.

Ein Gastbeitrag von Philipp Hell

 

Wenn sich verdiente Fußballer, Publikumslieblinge  oder gar Weltstars in den vorzeitigen Ruhestand verabschieden bekommen sie in der Regel ein Abschiedsspiel. Allerlei übergewichtige Legenden finden sich ein um vor tendenziell gelangweilten Fans einen launigen Standfußball-Kick zu präsentieren, wobei die “XY Club Allstars” gegen die “Weltauswahl” 10:7 zu gewinnen und dem verdienten Fußballer zwei, drei Tore geschenkt werden wenn sich die “Allstars” oder die “Weltauswahl” als standfeste Slalomstangen präsentieren. Ein großer Spaß!

Als der verdiente jahrelange Mannschaftsführer der vierten Mannschaft Philipp Hell den TSV Wasserburg von drei Jahren verließ gab es kein Abschiedsspiel, keine Blumen und kaum Tränen. Stinksauer lud er sich drei Jahre später selber zum Saison-Eröffnungsturnier ein um sich die ihm in seinen eigenen Augen gebührende Ehre einzufordern. Das “Hell-Abschiedsturnier” sozusagen.

Allerdings hatte sich die Kunde vom Sondergast wohl eher sparsam herumgesprochen, denn nur ganze sieben Wasserburger fanden sich am frühen Samstagabend in der – für Hell noch ganz neuen – Hauptschulturnhalle ein. Übergewicht war punktuell anzutreffen, doch von Legenden fehlte jede Spur.

Im Schweizer System über 5 (später korrigiert auf 6) Runden sollte der Trainingsfleißigste der Sommerferien gekürt werden. Johannes “Noppi” Unterberger bot sich gleich in der ersten Runde als Slalomstange an und verlor gegen den Abschieds-Mann mit 1:3. Ansonsten nahm des Turnier seinen erwarteten Verlauf, sieht man einmal davon ab dass Unterberger auch noch bei einigen anderen Spielern einen drohenden Abschied erwartete und anstandshalber gleich mal die Slalomstange gab. Nachdem Heindl in Runde 3 das vorgezogene Endspiel gegen Maxi Ass gewonnen hatte, muss er irgendwo diskret mehrere Anrufe getätigt haben an Mama Heindl, Papa Heindl, Oma Heindl, Cousine Heindl, den freundlichen Nachbarn, die Freundin des Onkels der Cousine dritten Grades usw. Jedenfalls fanden sich kurze Zeit später zumindest die stolzen Eltern ein um die frohe Kunde vom bevorstehenden Turniersieg auf ihren Handykameras festhalten zu können. Prompt konnte Heindl ein künstlich umgebogenes Match gegen einen aufstrebenden Jungstar anbieten.

Das Turnier tröpfelte dann seinem Ende entgegen bis in der zusätzlich eingefügten sechsten Runde Daniel Thomas jegliche ungeschriebene Regeln eines Abschiedsturniers ignorierte und im “Spiel um Platz 3” Hell besiegte. Wenigstens konnte man sich anschließend duschen ohne die Wasserhähne nach oben drehen und überaus beweglich sein zu müssen.

Beim obligatorischen Inder-Besuch hinterher stellte Hell dann endgültig fest, dass dies nun nicht mehr sein Verein ist und er sich dringend eine neue – gut bezahlte – Herausforderung suchen muss: Dicht bestellte sich ein Radler und Heindl ein “Gurken-Joghurt” – was auch immer Letzteres sein soll. Und der früher berühmt-berüchtigte Weißbier-Maxi hört neuerdings auf den Namen “Guave-Schorle-Maxi”! Nach kurzer Analyse der elektronischen Textnachrichten einer gewissen “Antonia” an einen frecher weise den gleichen Vornamen tragenden Jugendspieler machte sich Hell auf den Heimweg. Der Philosoph im eigenen Land, ein ewiges Thema, frag nach bei Bastian Schweinsteiger. Höchste Zeit für einen Weltmeistertitel!

Der Endstand:

Platz Name Ergebnis
1 Jakob Heindl 6:0
2 Maxi Ass 5:1
3 Daniel Thomas 4:2
4 Philipp Mähnert 3:3
5 Philipp Hell 3:3
6 Johannes Unterberger 2:4
7 Markus Kloo 1:5
8 Kilian Schumacher 0:6